2017 haben wir Esslinger Christen anlässlich des Reformationsjahres erstmals den Pfingstsonntag in ökumenischer Gemeinsamkeit in einem einzigen Gottesdienst gefeiert. Dieses Fest hat alle tief beein-druckt; so haben die Esslinger Kirchen beschlossen, alle drei Jahre gemeinsam den Pfingstsonntag zu feiern. Im letzten Jahr mussten wir Corona-bedingt absagen – für dieses Jahr haben wir mit großer Zuversicht geplant!
Der Gottesdienst ist geplant für Pfingstsonntag, 23. Mai 2021 um 10.30 Uhr auf dem Marktplatz in Esslingen. Er steht unter dem Motto „Hoffnung für unsere Welt, weil…“. Er wird gestaltet von den Geistlichen der verschiedenen Esslinger Kirchen sowie von der Stadtkapelle Esslingen und der Väterband der methodistischen Gemeinde.
Bereits um 9.45 Uhr laden wir ein zum Treffpunkt an verschiedenen Stellen in der Stadt, um gemeinsam im Sinn eines ökumenischen Pilgerwegs zum Marktplatz zu ziehen. Treffpunkte sind: Die Begegnungskirche (Urbanstraße), die Burg (Burgwiese), die Pliensaubrücke (am Pliensauturm) und das Münster
St. Paul (Marktplatz). Nach einem gemeinsamen Gebet gehen wir miteinander zum Marktplatz. Natürlich steht es allen frei, auch direkt um 10.30 Uhr zum Gottesdienst zu kommen.
Wir suchen auch nach Helfern für den Auf- und Abbau der Bänke etc. – zum Aufbau treffen wir uns um 8.30 Uhr auf dem Marktplatz, zum Abbau nach dem Gottesdienst. Wenn jemand mithelfen kann, melden Sie sich bitte im Pfarramt
Bei schlechtem Wetter findet der Gottesdienst in der evangelischen Stadtkirche statt. Bitte beachten Sie auch wegen der Pandemiebedingungen, die jetzt noch nicht feststehen, im Vorfeld des Pfingstfestes die Hinweise in den Medien.
In unseren katholischen Kirchen finden am Pfingstsonntag keine Gottesdienste statt. Machen wir uns alle auf den Weg und setzen wir damit ein Zeichen für die ökumenische Gemeinschaft unter uns Esslinger Christ*innen und Christen!
Vom 13.-27. Juni 2021 veranstalten Esslinger Kirchen das ökumenische „forgiveness-Projekt“. Zu ihm gehört eine vierzehntägige Ausstellung in der Franziskanerkirche sowie zwei gemeinsame inhaltliche Veranstaltungen zum Thema „Vergebung“.
Die Veranstalter versprechen sich von dem Projekt eine stärkere Aufmerksam-keit für die menschliche Fähigkeit, sich von Opfer- und Täterverhalten zu distanzieren. Der Weg heißt Vergebung. Gleichzeitig wünschen sie sich als Kirchen auch eine belebende Wiederentdeckung der eigenen christlichen Vergebungstradition.
Die Ausstellung in der Franziskanerkirche erzählt Lebensgeschichten aus sehr vielfältigen Kontexten. Darunter sind Situationen politischer oder kultureller Gewalt, genauso aber auch kriminelle oder ganz private Schuldgeschichten. -Täter und Opfer sind immer Menschen. Wenn sie versuchen, Verletzung oder Versagen zu überwinden, kann die Kraft der Vergebung dabei helfen. Auch -wenn der Lösungsprozess nicht immer gelingt.
Zwei zentrale Veranstaltungen werden das Ausstellungangebot begleiten:
Der Journalist und Autor Andreas Unger, München, wird am Donnerstag, 17. Juni, 19:00 Uhr im Münster St. Paul einen Vortrag halten zu dem „langen Weg des Verzeihens“.
Mit einem Podiumsgespräch im Blarer-Gemeindehaus am Donnerstag, 24. Juni, 20:00 Uhr, befragt Andreas Malessa Experten aus Justiz, Täter-Opfer-Ausgleich und Seelsorge nach ihrem Alltag im Umgang mit Schuldgeschichten.
Mit beiden Angeboten ermöglichen die veranstaltenden Gemeinden die vertie-fende Begegnung mit dem Thema.
Das „forgiveness-Projekt“ ist eine Veranstaltung der Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen in Esslingen und wird verantwortet von den Evangelischen und Katholischen Kirchengemeinden, der City-Seelsorge, der Begegnungskirche Esslingen (Baptisten) und der Evangelisch-Methodistische Kirche in Esslingen.
Die Osterkollekte und weitere großherzige Spenden ermöglichen die Umsetzung innovativer Ideen durch die Bischof-Moser-Stiftung. Deshalb ruft bereits im Vorfeld der Osterkollekte 2021 Bischof Dr. Gebhard Fürst dazu auf, auch dieses Jahr finanziell zu unterstützen.
Die Bankverbindung der Bischof-Moser-Stiftung lautet:
Die Diakonischen Initiative Zollberg bietet ihreUnterstützung rund um’s Impfen an
Es ist gar nicht so einfach einen Impftermin zu gekommen. Deshalb, falls Sie Unterstützung brauchen, die DIZ (Diakonischen Initiative Zollberg) hilft Ihnen dabei, einen Impftermin zu bekommen und begleitet Sie auch dorthin. Bei Bedarf melden Sie sich bitte im Gemeindebüro der Christuskirche, Tel. 0711 / 38 12 41. Unsere ehrenamtlichen Mitarbeiter*innen setzen sich mit Ihnen in Verbindung.
Täglich findet um 18:00 Uhr ein Rosenkranzgebet für den Frieden statt.
Immer am ersten Freitag im Monat betet eine kleine Gruppe den Rosenkranz für geistliche Berufungen. – Am Dienstagabend, 18:30 Uhr findet in der Regel ein Werktagsgottesdienst statt.
Im Juli 2020 wurde von der Kleruskongregation im Vatikan die Instruktion „Die pastorale Umkehr der Pfarrgemeinde im Dienst an der missionarischen Sendung der Kirche“ veröffentlicht. Das Schreiben aus Rom hatte die deutschen Bischöfe wie auch die engagierten Laien überrascht. Es besteht im Wesentlichen aus zwei Abschnitten, die sich teilweise diametral widersprechen.
So werden im ersten Abschnitt viele wichtige Zukunftsfragen benannt, unter anderem die Aspekte Mobilität und digitale Kultur, die auch Kirchengemeinden vor besondere Herausforderungen stellen.
Aktivitäten, die das Leben der Menschen nicht berühren, seien nicht der Weg, den wir gehen müssten, auch die Forderung nach „Verjüngung des Antlitzes der Kirche“ und nach „Erneuerung der traditionellen Strukturen“ sei zu unterstützen. Dazu bedürfe es einer „Mentalitätsänderung“ und einer „inneren Erneuerung“ vor allem derer, die in die Verantwortung der pastoralen Leitung berufen worden sind, was nicht nur den Pfarrer, sondern auch das Volk Gottes betreffe. „Wenn wir uns vom Leben des Volkes Gottes entfernen, werden wir trostlos und verkehren wir das Wesen der Kirche“, so das Papier.
Ausdrücklich solle eine „Klerikalisierung der Pastoral“ überwunden werden, die Priester sollten die „Partizipation des Volkes Gottes“ fördern.
Umso unverständlicher mutet es an, dass im zweiten Abschnitt von der Kleruskongregation gemeinsame Formen der Leitung abgelehnt werden;
die Leitung wird ausdrücklich dem Pfarrer, der geweihter Priester sein muss, zugewiesen. Laien sollen demnach allenfalls wegen Priestermangels beteiligt werden.
Mit dem Schreiben der Kleruskongregation wurde die Frage aufgeworfen, ob das sogenannte „Rottenburger Modell“ nun nicht mehr praktiziert werden kann.
Wenige Tage nach Veröffentlichung des Schreibens der Kleruskongregation haben Bischof Dr. Gebhard Fürst und ich in meiner Funktion als Sprecher des Diözesanrats in einer Pressemitteilung klargestellt, dass das „Rottenburger Modell“ nicht zur Disposition steht. Es sieht, auch entsprechend den Vorgaben des Staats-Kirchenrechts, als Regelfall eine Teilhabe der Laien in Gremien vor, die die Funktion des Katholikenrats, des Pastoralrats und der Kirchensteuerver-tretung zugleich innehaben. Der Diözesanrat wird beispielsweise vom Bischof als Vorsitzenden geleitet, die Zusammenarbeit gestaltet sich vorbildlich und dient in hervorragender Weise der Erfüllung des kirchlichen Auftrags.
So ergänzen sich in der Leitung die jeweiligen Kompetenzen von Priester und Laien und eröffnen segensreiche Gestaltungsmöglichkeiten.
Den seit 50 Jahren bewährten Weg der Mitwirkung und Mitverantwortung von Laien bei der Führung von Diözese, Dekanaten und Kirchengemeinden werden wir daher weiter beschreiten.
Die im „Rottenburger Modell“ festgeschriebene starke Beteiligung der Laien in all unseren Gremien bis zum Diözesanrat, der bei uns auch das Haushaltsrecht hat, ist ein großer Vorteil für unsere Ortskirche – und sie ist eine klare Konse-quenz aus dem Zweiten Vatikanischen Konzil.
Der Diözesanrat hat unsere Haltung in seiner Vollversammlung Ende Juli 2020 ausdrücklich mitgetragen.
Der im Frühjahr 2020 gemeinsam von der Deutschen Bischofskonferenz und dem Zentralkomitee der deutschen Katholiken (ZdK) eingeschlagene Synodale Weg ist zudem die richtige Antwort auf die großen Herausforderungen, vor denen die katholische Kirche steht.
Bildquelle: drs
Bischof Dr. Fürst hat im Juli ein Schreiben an die Gewählten Vorsitzenden der mehr als 1.000 Kirchengemeinden in der Diözese gesandt. Sein Anliegen war, ihnen damit ganz bewusst den Rücken zu stärken, verbunden mit einem „großem Dank für ihr ehrenamtliches Engagement“.
Ich bin der Auffassung, dass die Teilhabe der Laien an der Leitung der Kirche auch eine spirituelle Dimension hat:
Gott lässt uns teilhaben an seinem Schöpfungswerk. Daher sehe ich die Gemein-schaft in Leitungsfragen als Erfüllung seines Willens.
Es geht jetzt darum, Frauen und Männer für sinnvoll konzipierte Leitungsauf-gaben ausdrücklich zu motivieren und zu unterstützen und sie nicht durch allzu enge Vorgaben vor den Kopf zu stoßen.
Der Synodale Weg ist ein Gesprächsprozess um die Fragen nach Frauen-priestertum, Macht- und Gewaltenteilung, Sexualmoral und das Zölibat in der katholischen Kirche in Deutschland.
Zuletzt ist es – coronabedingt – ruhig geworden um den Synodalen Weg. Für die Katholik*innen und die Kirche allerdings steht mit diesen Themen zentrales in Frage. Sie sind hoch aktuell und zugleich teils so alt, wie die Kirche selbst. Wenn also die strittigen Fragen über viele Jahrhunderte immer wieder bewegt wurden und sich unzählige kluge Theolog*innen damit befasst haben, könnte man der Meinung sein, dass sich irgendwann die richtigen Antworten gefunden haben sollten. Diese Ansicht verkennt, dass die Kirche, also die Amtsträger und die Gläubigen immer auch Teil der Gesellschaft sind. Und wie die Gesellschaft sich verändert und das Empfinden dafür, was richtig und falsch ist, so geschieht das auch in der Kirche.
Alle Gläubigen empfangen in Taufe und Firmung die Gaben des Heiligen Geistes. Eine dieser Gaben wird als sensus fidei, als Glaubenssinn bezeichnet. Dieser Sinn ermöglicht es allen Gläubigen, zu erkennen, was in der kirchlichen Praxis richtig ist und was falsch. Insofern ist es ein gutes Zeichen, dass sich Lai*innen gemeinsam mit den Bischöfen auf den Weg machen, um zu diskutieren und nach Lösungen zu suchen.
Ich persönlich hoffe, dass sich zu der Gabe der Unterscheidung, die der Heilige Geist schenkt, auch der Mut zu wirklicher Veränderung findet – und der Wille, notwendiges umzusetzen.