{"id":2238,"date":"2020-07-11T19:08:08","date_gmt":"2020-07-11T17:08:08","guid":{"rendered":"http:\/\/sankt-augustinus-esslingen.de\/?p=2238"},"modified":"2020-09-27T19:36:48","modified_gmt":"2020-09-27T17:36:48","slug":"ein-blick-mehr-als-75-jahre-zurueck","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/sankt-augustinus-esslingen.de\/?p=2238","title":{"rendered":"Ein Blick mehr als 75 Jahre zur\u00fcck"},"content":{"rendered":"<p><strong>Der Zollberg vor der Bebauung<\/strong><\/p>\n<p>Bereits vor der Bebauung des Zollbergs gab es hier Geb\u00e4ude und zwar Folgende:<\/p>\n<ul>\n<li>rechts der Zollbegstra\u00dfe, heutige Eichendorffstra\u00dfe das Sch\u00fctzenhaus, das Haus H\u00f6lle, das Haus Binz<\/li>\n<li>Im heutigen Blienshaldenweg das Haus Mayer.<\/li>\n<li>Und, links der Zollbergstra\u00dfe das Waldheim, \u00a0das Kindererholungsheim, das F\u00f6rsterhaus und das Haus Friesch.<\/li>\n<\/ul>\n<p>Alle Wege in die Stadt waren entweder Feld- oder Hohlwege. Rechts der Zollbergstra\u00dfe waren Streuobstwiesen, auf der linken Seite meist \u00c4cker.<\/p>\n<ul>\n<li>Im Sch\u00fctzenhaus gab es auch Schie\u00dfst\u00e4nde. Sp\u00e4ter diente es der Maschinenfabrik Esslingen als Lehrlingsheim, das jedoch vor nicht allzu langer Zeit abgerissen wurde, um moderne Wohnh\u00e4user zu errichten.<\/li>\n<li>In der Eichendorffstra\u00dfe befand sich eine Zapfstelle der Stadt Esslingen\u00a0 f\u00fcr Jauche.<\/li>\n<li>Haus Mayer hatte ein Fuhrunternehmen, wo wir Kinder ab und zu eine Limonade kaufen konnten.<\/li>\n<li>Das Waldheim wurde von der kommunistischen Partei gebaut und ist aber abgebrannt. Als Brandstifter wurde Herr Friesch (s.o.) viele Jahre in Haft gehalten. Er soll aber immer wieder seine Unschuld beteuert haben. Das Waldheim wurde wieder aufgebaut,\u00a0 wurde aber danach &#8222;Freizeitheim&#8220; genannt. Am Wald wurden kleine H\u00fctten gebaut, in denen Affen, Schlangen, Pfaue und Rehe gehalten wurden. Es gab auch einen Kinderspielplatz mit Kinderkarussel und Rundlauf. Im Freizeitheim fanden im 3. Reich viele Feste statt, die immer gut besucht waren. Au\u00dferdem wurde ein Sportplatz mit Aschenbahn\u00a0 Es fanden Radrennen, Wettl\u00e4ufe, Pferderennen und Dressurreiten statt, die man von einer Trib\u00fcne aus verfolgen konnte.<\/li>\n<li>In der Neuffenstra\u00dfe, wo sich jetzt das Mehrgenerationenhaus befindet, war eine Seidenraupenzucht, umgeben von einer Hecke, die Nahrung f\u00fcr die Seidenraupen bot. In der Baracke dort, wohnte und arbeitete nur eine Frau, die Seide f\u00fcr Fallschirme herstellte.<\/li>\n<li>Auf dem Zollberg, in H\u00f6he Hohenstaufenstra\u00dfe, sollte eine neue PH gebaut werden. Als jedoch die Baugrube ausgehoben war, f\u00fcllte diese sich mit Wasser. Kurze Zeit sp\u00e4ter kam es zu einem Erdrutsch im oberen Eisbergweg, dem ein Wohnhaus zum Opfer fiel. Man vermutete einen Zusammenhang mit der Baugrube und f\u00e4rbte das Wasser blau ein, was die Vermutung best\u00e4tigte. Die Arbeiten wurden daraufhin eingestellt. Die Stelle im Eisbergweg, wo der Erdrutsch stattgefunden hat, ist heute noch sichtbar. F\u00fcr die Kinder in der Umgebung war das ein Geheimtipp: man konnte dort im Winter Schlittschuhlaufen. Man nannte die Grube &#8222;Die blaue Gumpe&#8220;.<\/li>\n<\/ul>\n<p>Ein beliebtes Skigebiet waren auch die Wiesen der Familie Kielmayer. Man konnte von der heutigen Neuffenstra\u00dfe bis zum Eisbergweg seine K\u00fcnste \u00fcben. Manch einem wurden die Obstb\u00e4ume zum Verh\u00e4ngnis.<\/p>\n<ul>\n<li>In H\u00f6he der Neuffenstrasse gab es eine &#8222;Schinderh\u00fctte&#8220;. Hier wurden kranke und alte Pferde get\u00f6tet und begraben. Die Grundmauern konnte man noch bis kurz vor der Bebauung des Zollbergs erkennen.<\/li>\n<li>Die heutige Jugendfarm basiert auf einem Fliegerhorst mit gro\u00dfen Geb\u00e4uden und Anwesen. Hier wurden Segelflugzeuge hergestellt. Sp\u00e4ter diente das Geb\u00e4ude als Unterkunft f\u00fcr russische Kriegsgefangene. Durch einen Bombenangriff, der dem Reichsbahn-Ausbesserungswerk galt, wurde das Geb\u00e4ude zerst\u00f6rt. Es gab viele Tote und Verletzte. W\u00e4re die Wiese unterhalb der Jugendfarm\u00a0 in der Zwischenzeit nicht mit B\u00e4umen \u00fcberwachsen, k\u00f6nnte man heute noch die Bombentrichter erkennen.<\/li>\n<li>W\u00e4hrend des Krieges gab es im Zollberg zwei Flugabwehr-Stationen: eine \u00fcber den jetzigen H\u00e4usern in der Mutzenreisstra\u00dfe, eine weitere gegen Ende des Krieges in H\u00f6he der heutigen Hohenstaufenstra\u00dfe.<\/li>\n<li>Gegen Ende des Krieges wurden Baracken f\u00fcr russische Kriegsgefangene, umgeben von Stacheldraht-Z\u00e4unen in dem Gebiet anschlie\u00dfend an das Freizeitheim gebaut. Sie waren streng bewacht von deutschen Soldaten.<\/li>\n<li>Gegen Ende des Krieges, als die Fl\u00fcchtlinge aus B\u00f6hmen und M\u00e4hren<\/li>\n<\/ul>\n<p>ankamen, wurden anschlie\u00dfend an das Gefangenenlager einfache Holzh\u00e4user ohne Heizung\u00a0 mit winzig kleinem Garten errichtet. Manche dieser Fl\u00fcchtlinge haben sich sp\u00e4ter ein H\u00e4usle auf dem Zollberg gebaut.<\/p>\n<p>Die Grundst\u00fcckseigent\u00fcmer wurden f\u00fcr die Bebauung des Zollbergs zwangsent-<\/p>\n<p>eignet und erhielten 6 DM pro Quadratmeter als Entsch\u00e4digung. Wollten sie aber f\u00fcr sich oder ihre Kinder auf dem Zollberg bauen, konnten sie sich ein Baugrund-st\u00fcck aussuchen und zum Preis von 12 DM pro Qadratmeter zur\u00fcckkaufen. In diesem Preis waren sogar die Erschlie\u00dfungskosten enthalten. Der Zollberg wurde dann ab den Jahren 1956\/57 bebaut.<\/p>\n<p><em>Irene H\u00e4gele<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der Zollberg vor der Bebauung Bereits vor der Bebauung des Zollbergs gab es hier Geb\u00e4ude und zwar Folgende: rechts der Zollbegstra\u00dfe, heutige Eichendorffstra\u00dfe das Sch\u00fctzenhaus, das Haus H\u00f6lle, das Haus Binz Im heutigen Blienshaldenweg das Haus Mayer. Und, links der Zollbergstra\u00dfe das Waldheim, \u00a0das Kindererholungsheim, das F\u00f6rsterhaus und das Haus Friesch. 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